Über das Projekt

Während 80 % der Fachkräfte in der Suchthilfe weiblich sind, ist die Zielgruppe mit 75 % überwiegend männlich. Männer werden also häufig von Frauen informiert, beraten, behandelt und vermittelt und ihre Bedürfnisse werden aufgrund der strukturellen Gegebenheiten oftmals von Frauen interpretiert. Somit besteht die Gefahr, dass männerspezifische Aspekte bei sensiblen Themen wie beispielsweise Sexualität oder Konsumverhalten ausgeblendet werden. Hinzu kommt, dass das Bewusstsein für das Thema „Mann und Sucht“ in den letzten Jahren eher abzunehmen scheint.

Um Fachkräfte für diesen Themenbereich zu sensibilisieren und zu qualifizieren sind im Rahmen des Projektes "face to face" Fortbildungen entwickelt worden. Im September und November 2018 sowie im Februar 2019 sind die jeweils dreitägige Fortbildungen mit insgesamt 36 Teilnehmern durchgeführt worden. Im Fokus der Fortbildungen "Männlichkeiten und Sucht" stand dabei die Stärkung der geschlechtsbezogenen Handlungskompetenz.

Begleitend hierzu wurde diese Internetpräsenz mit ergänzende Angeboten und vertiefenden Inhalten verfügbar gemacht.

Entstanden sind 11 (Lehr-)filme zu Kernthemen der praktischen Arbeit mit suchtkranken Männern.

Die  elf Filme basieren inhaltlich auf den Modulen des von der LWL-Koordinationsstelle Sucht  herausgegebenen Praxishandbuchs für die Arbeit mit suchtkranken Männern und greifen verschiedene wichtige Lebensaspekte (wie z.B. Gesundheit, Sexualität oder das Vater sein) auf. Die bearbeiteten Themen nehmen in der praktischen Arbeit mit betroffenen Männern oft eine besondere Bedeutung ein. In den Filmen werden praxisorientierte Hinweise für Fachkräfte mit Kommentaren von Experten aus der Suchthilfe und Männerarbeit sowie authentischen Aussagen von  Betroffenen miteinander verknüpft. Die Themen werden so aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und bieten spannende Erkenntnisse für die Arbeit mit suchtkranken Männern.

Neben Plakaten und Postkarten wurden Taschentuch-Boxen als Teaser für die Sensibilisierung und Bekanntmachung des Themas in NRW entwickelt.

Diese wird an Fachkräfte verteilt um mit Männern ins Gespräch über sonst schwer zugängliche emotionale Themen zu kommen. Die Auswahl der Motive basierte auf dem Feedback der teilnehmenden Fachkräfte aus der Fortbildung "Männlichkeiten und Sucht".

Das Projekt startete am 01. Juni 2017 und wird über die gesamte Laufzeit von einem Fachbeirat begleitet und unterstützt, welcher sich aus erfahrenen Experten des Themenfeldes Mann und Sucht zusammensetzt. Gefördert wird es im Rahmen des Aktionsplans gegen Sucht des Landes Nordrhein-Westfalen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

 

Ablaufplan "Reine Männersache!?"